Ausscheidungen des voll gestillten Babys

Ausscheidungen des voll gestillten Babys

Wenn es um das Geschäft in der Windel des Neugeborenen und Babys geht, machen sich gerade junge und unerfahrene Eltern Gedanken und Sorgen, ob mit den Ausscheidungen Urin sowie Stuhl des gestillten Babys so alles richtig läuft. Das ist auch normal und völlig in Ordnung. Farbe, Geruch und Konsistenz der Ausscheidungen geben in vielerlei Hinsicht Aufschluss auf die Ernährungsart und Häufigkeit der Ernährung. Welche Anzeichen bedeuten, dass alles in bester Ordnung ist oder ich mir fachkundigen, ärztlichen Rat holen sollte. Unwissenheit und Unsicherheit sind sehr beunruhigend. Daher sind fundierte und fachkundige Informationen für Sie als junge Eltern sehr wichtig, um die gemeinsame Zeit unbeschwert genießen zu können.

Wie oft sollte das Neugeborene Urin und Muttermilchstuhl ausscheiden?

Urin – Häufigkeit und Menge

Die erste Urinausscheidung nach der Geburt erfolgt innerhalb von 8 Stunden. In den folgenden Tagen sollte das Neugeborene mehrmals täglich Urin ausscheiden, was ein Zeichen für eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit bzw. Muttermilch beim ausschliesslich gestillten Neugeborenen ist. Babys mit genug Flüssigkeit, haben ab dem 3. Lebenstag innerhalb von 24 Stunden klaren, hellgelben Urin, 6-8 Stoffwindeln, 5-6 Papierwindeln gut gefüllt (30-60ml).

Stuhl – Häufigkeit und Menge

Nach der Geburt erfolgt innerhalb von 8 Stunden ebenso die erste Ausscheidung des Stuhlgangs. Der erste Stuhl, das Mekonium auch „Kindspech“ genannt, ist  schwarz-grün von cremig-klebriger Konsistenz. Eventuell kann die erste Ausscheidung oder auch in Folge der ersten Stuhlentleerungen ein harmloser Mekoniumpfropf folgen. Neugeborene haben nach dem 3. Lebenstag häufig mindestens fünfmal täglich Stuhlgang, weil das zusätzliche Fett der Übergangsmilch und der reifen Muttermilch mehr Stuhlvolumen bilden. Ein voll gestilltes Neugeborene bis zum Alter von 6-8 Wochen hat mehrmals täglich gelbe oder gelbbraune, ungeformte Stühle, was ein Zeichen für einen gelungenen Stillstart ist.

Die Wirkung der Muttermilch

Das Kolostrum – die „Vormilch“ enthält außer vielen anderen wertvollen Stoffen auch solche mit abführender Wirkung, die sicherstellen, dass das Mekonium rasch ausgeschieden wird. Mit einer ausreichenden Aufnahme von Kolostrum in den ersten Tagen beginnt der Stuhl auch heller zu werden. Mekoniumausscheidungen nach dem fünften Lebenstag können ein Zeichen von einer zu geringen Aufnahme von Muttermilch sein. Obwohl die Milchmenge einige Tage nach der Geburt rasch ansteigt, benötigt der Wandel vom Kolostrum zur reifen Muttermilch einige Wochen. Übergangsmilch und reife Milch sind auch für vermehrten Stuhlgang verantwortlich.

Wenn das Neugeborene zu wenig Urin und / oder Stuhl ausscheidet.

Scheint das Neugeborene bis zum Alter von vier Wochen sowie Babys ab einem Alter von vier Wochen, deutlich weniger als sechs bis acht Stoffwindeln oder fünf bis sechs Einwegwindeln mit konzentriertem, also gelb bis dunkelgelbem, Urin auszuscheiden sowie ein Neugeborenes seltenen oder fehlenden Muttermilchstuhl trotz genügend Urin ausscheiden, sollte umgehend der Kinderarzt informiert werden. Der Kinderarzt wird dann den Zustand des Neugeborenen beurteilen und begutachten. Dazu gehören auch Kontrollen über die ausgeschiedenen Urinmengen, eine Urinuntersuchung, sowie die Begutachtung der Stillgewohnheiten. Diese Kontrollen dienen dazu, eine eventuelle Entwicklungsstörung zu erkennen, bevor sie gravierend wird. Dazu gehört auch, dass mindestens eine Stillmahlzeit beobachtet sowie das Stillmanagement beurteilt und angepasst wird. Vor allem sollte Wert auf eine ausreichende Aufnahme fettreicher, kalorienreicher Hintermilch gelegt werden. Möglicherweise benötigt es nur kleine Änderungen bei den Stillgewohnheiten, damit das Baby mehr von der fettreichen Hintermilch trinken kann. Viele Neugeborene mit seltenem Stuhlgang fangen innerhalb von 24 Stunden nach der Verbesserung der Stilltechnik an, mehrere Stühle täglich zu produzieren.

Zusätzlich zur Hebammenbetreuung kann eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC / Laktationstherapeutin im BDL nötige Unterstützung bieten.

Wie oft sollte das voll gestillte Baby nach vier bis sechs Wochen Muttermilchstuhl ausscheiden?

Nicht nur die Muttermilch passt sich ständig den Bedürfnissen des Babys an, auch die Häufigkeit der Stuhlentleerungen verändert sich nach zirka sechs Wochen. Die normale Bandbreite der Stuhlentleerungen eines ausschließlich gestillten Babys liegt dann bei drei Mal täglich bis ein Mal aller 14 Tagen. All das was diese Bandbreite beinhaltet, ist normal und benötigt keine medizinischen Interventionen, wie Abführmittel o. ä. – solange das Kind gut trinkt.

weitere Beiträge zum Thema Ausscheidungen des Babys:

Stillverhalten – Auswirkungen auf die Ausscheidungen des Babys

Begriffserklärungen zu den Ausscheidungen des Babys

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung

Die Stillbeziehung von Mutter und Kind sowie die Entwicklung des Babys verlaufen nicht bei allen gleich, sondern können sehr individuell sein. Die Informationen dienen als Unterstützung und ersetzen keine professionelle Beratung. Unterstützung und Beratung erhalten Sie durch Ihre Hebamme, Still- und Laktationsberaterin oder auch durch Ihren Kinder- / Frauenarzt. Zögern Sie nicht, die Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen, wenn Sie etwas beschäftigt oder unsicher sind.
Bei Anliegen, Fragen oder Problemen können Sie sich natürlich auch an mich wenden. Gerne unterstütze ich Sie!

Daniela Fehmann

Foto: kasjato (Fotolia)



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