Begriffserklärungen – Ausscheidung von Urin und Stuhlgang des Babys

Begriffserklärungen – Ausscheidung von Urin und Stuhlgang des Babys

Die Windelinhalte – Farbe, Geruch, Konsistenz sowie Häufigkeit der Ausscheidungen des Babys – geben in vielerlei Hinsicht Aufschluss auf das Stillverhalten und stehen in direktem Verhältnis mit der Ernährung des Babys. Gerade junge Eltern fragen sich, ob da so alles richtig funktioniert. Welche Anzeichen bedeuten, dass alles in bester Ordnung ist oder ich mir fachkundigen Rat durch die Hebamme, Stillberaterin oder den Kinderarzt holen sollte. Unwissenheit und Unsicherheit sind sehr beunruhigend. Daher sind fundierte und fachkundige Informationen für Sie als junge Eltern sehr wichtig, um die gemeinsame Zeit mit dem Baby unbeschwert genießen zu können.

Begriffserklärungen

Mekonium

Das Neugeborene entleert in den ersten 24 Lebensstunden mehrmals größere Mengen schwarz-grünen Stuhl von cremig-klebriger Konsistenz. Mekonium, auch Kindspech genannt, besteht aus unverdaulichen Rückständen des verschluckten Fruchtwassers wie abgestoßene Epithelzellen, Lanugohaare, Vernix caseosa (Käseschmiere), aus Darmschleim und Gallenflüssigkeit (daher die dunkle Farbe) und ist praktisch geruchlos, da es noch keine Darmbakterien enthält. Es klebt wie Pech an der Haut und lässt sich einfach mit warmem Wasser abwischen.

Mekoniumpfropf

Selten wird der harmlose Mekoniumpfropf als erste Darmentleerung ausgeschieden, welcher sich während der Embryonalperiode im Darm gebildet hat. Ein Mekoniumpfropf ist ca. ein bis vier cm lang, hat eine grau-weiße bis gelbliche Farbe und wird meist von einer dünnen Membran bedeckt. Seine Konsistenz ist fest wie Kitt, darum fällt den Babys das Herausdrücken schwerer.

Ziegelmehlsediment

Sind die hellroten Flecken in der Windel Blut?

Diese Frage kann nur nach genauer Inspektion der Windel beantwortet werden. Ist der Fleck hellrot bis orange (Ziegelsteinrot), handelt es sich nicht um Blut, sondern um Ziegelmehlsediment. Dies ist ein harmloses rötliches Salz, welches mit dem Urin ausgeschieden wird. Ziegelmehlsediment besteht aus Oxalation, die beim oxydativen Abbau vom Hämoglobin entstehen.

Hat der Fleck auf der Windel eine rötlich-braune Farbe, wird bei einem Mädchen die oben beschriebene mensisähnliche Abbruchblutung begonnen haben.

Lassen sich rote Flecke in der Windel auf keine dieser Ursachen zurückführen, sollte das Kind einem Kinderarzt vorgestellt werden.

Übergangsstuhl

Durch die Aufnahme von Muttermilch (oder Muttermilchersatznahrung) verändert sich der Stuhl innerhalb von zwei bis vier Tagen. Er wird feuchter und bekommt eine hellere, gelbgrüne bis bräunliche Färbung, wenn sich die Ausscheidungen der Milchverdauung mit Mekoniumresten und hellbraunen Schleimfäden vermengen.

Muttermilchstuhl

Nach vier bis sechs Tagen wird der Stuhl gelb-gold. Er ist breiig-weich bis flüssig, enthält kleine weiße Klümpchen und riecht säuerlich-fruchtig. Der typische Stuhlgeruch fehlt, da der Darm jetzt nur von Bifidus-Bakterien besiedelt ist.

Grüner Stuhl

Grüner Stuhl ist ein Zeichen für eine Verdauungsstörung. Diese ist bei gestillten Kindern meist harmlos und verschwindet von selbst binnen weniger Tage, der Stuhl wird wieder gelb. Bleibt der Stuhl länger als sechs Tage grünlich, bekommt das Kind entweder noch zu wenig Milch (Kontrolle des Körpergewichtes!), oder es hat eine leichte Verdauungsstörung, die sich gewöhnlich mit kleinen Veränderungen im Stillmanagement in den nächsten Tagen reguliert.

Bei Kindern mit Muttermilchersatznahrung kann ein anhaltend grüner Stuhl erstes Anzeichen für eine Kuhmilchunverträglichkeit sein. Hat das Baby zusätzliche Symptome wie Erbrechen, einen aufgetriebenen Bauch oder häufig wässrige Stühle mit Beimengungen von Schleimhautfetzen, muss es zur Abklärung einem Kinderarzt vorgestellt werden.

Blutiger Stuhl

Dunkelrote bis Schwarze Fasern im Stuhl sind ein Zeichen für koaguliertes, älteres Blut. Als Ursache können Verletzungen der Brustwarzen, der Milchgänge oder auch Erkrankungen des oberen Magen-Darm-Traktes des Babys sein. Eine genaue Abklärung durch den Kinderarzt ist dringend nötig. Bei vorhandenen Verletzungen der Brustwarzen kann die Hebamme sowie eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC / Laktationstherapeutin im BDL zusätzlich beraten und unterstützen.

Auf allergische Reaktionen sowie Unverträglichkeiten auf Kuhmilch können hellrote Fasern im Stuhl des Babys hinweisen, verursacht durch Entzündungsprozesse im Darm, welche sich als kleine Blutungen äußern (allergische Proktokollitis). Eine Abklärung durch den Kinderarzt ist dringend nötig. Durch eine Eliminationsdiät von Kuhmilch der stillenden Mutter kann eine Kuhmilchunverträglichkeit (Eiweiß) durch das Kind nach gewiesen werden. Abstillen ist nicht nötig!

weitere Beiträge zum Thema Ausscheidungen des Babys:

Ausscheidungen des voll gestillten Babys

Stillverhalten – Auswirkungen auf die Ausscheidungen des Babys

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung

Die Stillbeziehung von Mutter und Kind sowie die Entwicklung des Babys verlaufen nicht bei allen gleich, sondern können sehr individuell sein. Die Informationen dienen als Unterstützung und ersetzen keine professionelle Beratung. Unterstützung und Beratung erhalten Sie durch Ihre Hebamme, Still- und Laktationsberaterin oder auch durch Ihren Kinder- / Frauenarzt. Zögern Sie nicht, die Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen, wenn Sie etwas beschäftigt oder unsicher sind.
Bei Anliegen, Fragen oder Problemen können Sie sich natürlich auch an mich wenden. Gerne unterstütze ich Sie!

Daniela Fehmann

Foto: kasjato (Fotolia)



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