schlafendes Baby

Die Bedürfnisse des Babys

Liebe jungen Eltern!

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Babys!

Die ersten Wochen nach der Geburt sind für Sie als Familie eine sehr sensible Zeit. Sie werden sich gegenseitig kennenlernen. Diese Zeit ist nicht immer sehr einfach, denn jedes Familienmitglied hat seine Bedürfnisse, auf diese vor allem bei einem Baby zeitnah eingegangen werden sollte. Die Bedürfnisse des Babys nach HAUTKONTAKT, NAHRUNG, SCHLAF und ANREGUNG sind Instinkte und Reflexe, welche bei allen Babys  rund um den Erdball gemeinsam sind und sich seit Tausenden von Jahren nicht verändert haben. Im Gegensatz zu unseren Bedürfnissen sind die Erwartungen und Bedürfnisse eines Babys nach der Geburt nicht erworben oder anerzogen.

Welche Bedürfnisse hat ein Baby?

Es hat vier Grundbedürfnisse nach

HAUTKONTAKT. Durch den engen elterlichen Kontakt bekommt der Säugling das Gefühl von Sicherheit, Urvertrauen und die Anerkennung seines Wertes. 80 Prozent seiner Wachzeit verbringen die meisten Neugeborenen damit, ihre Mutter anzuschauen. Wenn sie weggeht, weint das Baby, weil damit in gewisser Weise auch sein eigenes Dasein verschwindet, das sogenannte Kontaktweinen. In „kritischen Stunden“ können regelmässige Spaziergänge mit dem Kind sehr hilfreich sein. Tipps: Kuscheln Sie so oft es geht mit Ihrem Baby während des Stillens oder seiner Mahlzeit, während dem Mittagsschlaf oder anderen Ruhephasen mit Haut-zu-Haut-Kontakt / Körperkontakt. Eine weitere Kontaktmöglichkeit ist das Tragen Ihres Babys im Tragetuch. Babys, welche mindestens zwei Stunden pro Tag getragen werden, weinen deutlich weniger. Geniessen Sie beide den innigen Kontakt zu einander. Er wird Ihnen beiden gut tun. Zusätzlich haben Sie Ihre Hände frei und können nebenbei auch Dinge erledigen.

 NAHRUNG. Stillen / ernähren Sie Ihr Kind uneingeschränkt und nach Bedarf Ihres Kindes. Beginnen Sie dabei mit den ersten Hungerzeichen und nicht erst wenn Ihr Baby weint. Die enge Nähe zu Ihrem Baby wird Ihnen helfen, Ihr Baby besser kennenzulernen und zeitnah auf seine Signale eingehen zu können.

 SCHLAF. In den ersten Wochen schlafen Babys sehr häufig, ob im Tragetuch, nah am Körper der Mutter / Eltern oder im Beistellbettchen. Wach- und Schlafphasen wechseln sich dabei ab und sind wichtig für seine Regulationsfähigkeit.

 ANREGUNG. Babys sind sehr kommunikative kleine Wesen. Sie sind gute Zuhörer und teilen sich anfangs über ihre Babysprache „Laute“ und weinen mit. Keinesfalls sollte man denken, dass sie ihr Umfeld noch nicht wahrnehmen können. Tipps: Reden Sie so oft es geht mit Ihrem Baby in ruhigem Ton und angemessener Lautstärke und lassen Sie es an Ihrem Alltagsgeschehen teilhaben. Singen Sie ihm Kinderlieder vor. Dabei müssen Sie nicht begnadeter Sänger/In sein. Ihre Stimme, welches es schon aus dem Mutterleib kennt, beruhigt es und gibt ihm Vertrauen. Spielen Sie mit Ihrem Baby. Ihre Hände und Finger sind Sie das simpelste Spielzeug und mit einfachen Fingerspielen können Sie Ihr Baby spielerisch begeistern.

Folgende Punkte können ebenfalls sehr hilfreich sein:

Das sanfte Bündeln „Pucken“ eines unruhigen Babys kann ebenfalls hilfreich sein. Das Fühlen von Grenzen gibt ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und fühlt sich an den wohligen, warmen Mutterleib erinnert.

Eventuell braucht das Baby einen geregelten Tagesablauf mit festen Ritualen. Bewahren Sie unbedingt Ruhe und vermeiden Sie aufregende und aufreibende Tagesabläufe.

Das Baby mit großen Bedürfnissen

Bedenken Sie, dass ein Säugling keine andere Möglichkeit hat, als zu weinen, um sich mitzuteilen, sein Unwohlsein auszudrücken, seinen Hunger, Kälte, Wärme, eine volle Windel, seine Einsamkeit oder seine Schwierigkeiten mit der Verarbeitung all der neuen Reize. Die Gesamtschreizeit hängt entscheidend vom Kontakt mit der Mutter ab. Von ihrer Mutter getrennte Babys schreien zehn Mal so viel wie Babys, die die ersten ein bis zwei Stunden nach der Geburt mit der Mutter in Hautkontakt verbringen. Sie werden sicherlich feststellen, dass Ihr Baby nach Zeiten intensiven Tragens ruhiger und zufriedener wird. Die Unruhe und das Schreien Ihres Babys sind jedenfalls keine Krankheit und werden in den meisten Fällen nach einigen Monaten oder während des ersten Lebensjahres nachlassen bzw. ganz verschwinden. Die Kunst, ein Baby zu beruhigen, liegt darin, zur richtigen Zeit das richtige Bedürfnis zu erkennen und zu befriedigen. Normalerweise läuft die Kommunikation nach einer Eingewöhnungszeit bestens; die Eltern und das Kind entdecken nach und nach weitere Möglichkeiten der Verständigung. Sehr viel einfacher ist sie, wenn Eltern mit ihrem Kind viel Körperkontakt haben und wenig von ihm getrennt sind. Schreienlassen darf niemals eine systematische Erziehungsmaßnahme sein.

Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Babys niemals „verwöhnt“ werden können, denn ihnen kann gar nicht genug Liebe, Aufmerksamkeit und Körperkontakt gegeben werden.

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung

Die Stillbeziehung von Mutter und Kind sowie die Entwicklung des Babys verlaufen nicht bei allen gleich, sondern können sehr individuell sein. Die Informationen dienen als Unterstützung und ersetzen keine professionelle Beratung. Unterstützung und Beratung erhalten Sie durch Ihre Hebamme, Still- und Laktationsberaterin oder auch durch Ihren Kinder- / Frauenarzt. Zögern Sie nicht, die Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen, wenn Sie etwas beschäftigt oder unsicher sind.

Bei Anliegen, Fragen oder Problemen können Sie sich natürlich auch an mich wenden.

Gerne unterstütze ich Sie!

Daniela Fehmann


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