Midwife examining newborn baby at postnatal care in practice checking weight with scale

Was unterscheiden Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC von Hebammen?

Teil 1

Information – Beratung – Begleitung

Immer wieder werde ich von jungen Eltern und Mitmenschen gefragt, was denn eine Still- und Laktationsberaterin macht? Und was eine „IBCLC“ ist? Nicht selten bekomme ich die Antwort: „Ja, aber ich habe doch meine Hebamme, welche uns im Wochenbett betreut.“ Und nicht selten sind sie positiv erstaunt, dass es für das Stillen und die Milchbildung ausgebildete Experten gibt, welche die jungen Eltern in ihrer Zeit mit ihrem Baby und Kleinkind rund um das Thema Stillen, Milchbildung und Babyernährung fundiert, unabhängig beraten, begleiten und informieren.

Hebammen begleiten werdende junge Eltern von der Schwangerschaft bis zur Stillzeit. Die Grundberatung fürs Stillen wird meist in Rahmen der Wochenbettbetreuung durch die Hebamme abgedeckt. Wie auch in vielen anderen Berufen wird in der Ausbildung das Grundwissen vermittelt. Da es in der Ausbildung um eine Menge Wissen und Themen geht, kann nicht auf jedes Gebiet tiefgründig eingegangen werden. Im Beruf der Hebammen geht es um viele Themen wie Schwangerschaft, Geburt, Rückbildung, Entwicklung des Kindes, mögliche Geburtskomplikationen erkennen und vermeiden, Ernährung und vieles mehr. In der regulären Hebammenausbildung machen Stillen, Stillberatung und Laktation nachvollziehbar nur einen vergleichsweise geringen Unterrichtsanteil aus. Nach der Ausbildung besteht bei den meisten Berufen die Möglichkeit eine Zusatzausbildung zu absolvieren und sein Grundwissen mit Fachwissen zu erweitern.

Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC haben einen medizinischen Grundberuf mit einer einjährigen Zusatzausbildung. Das können zum Beispiel Hebammen, Kranken- und Kinderkrankenschwestern, Logopäden, Ärzte, Apotheker, PTA`s, u. a. sein. Sie besitzen ein umfangreiches theoretisches sowie praktisches Wissen auf allen Gebieten rund um Laktation, Stillen und Stillberatung. Der Titel IBCLC – International Board Certified Lactation Consultant – ist ein geschützter Begriff und wird erst dann erteilt, wenn man das international anerkannte Examen absolviert hat. Dieser Titel wird vorerst für 5 Jahre vergeben und muss erneut erworben werden. Das heißt, nach den ersten 5 Jahren durch den Nachweis einer festgelegten Zahl an Fortbildungspunkten und nach 10 Jahren durch ein erneutes Examen. Durch die regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen soll gewährleistet werden, dass alle IBCLC`s grundsätzlich auf dem neuesten Stand der Forschung und Praxis sind. IBCLC`s bieten eine fachlich kompetente, einfühlsame Beratung, die den Wünschen und Bedürfnissen von Mutter und Kind gerecht wird.

Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC begleiten junge Eltern während der gesamten Babyzeit optimal ab der Schwangerschaft bis über die Stillzeit darüber hinaus. Zusätzlich zur Grundberatung des Stillens gewährleisten sie vor allem in besonderen und schwierigen Still-Situationen fundierte und kompetente Beratung. Dabei geht es um viele Themen wie die Stillvorbereitung mit hilfreichen und wichtigen Informationen zum Stillen und Babyernährung, um teils unnötige Schwierigkeiten zu vermeiden, Beratung zu Stillhilfsmitteln, Stillen, Muttermilchgewinnung, Mutter-Kind-Bindung, Beurteilung der Entwicklung des Babys, des Still- und Saugverhaltens, Beratung und Unterstützung ab der Geburt in der Klinik zu allen Themen im ersten Lebensjahr des Babys und vieles mehr.

IBCLC`s können mit ihrer intensiven Ausbildung netzwerkübergreifend angrenzende Berufsgruppen, wie Hebammen, Frauen- und Kinderärzte, ehrenamtliche Stillberaterinnen (LLL, AFS) sowie Logopäden und Ergotherapeuten, welche junge Familien betreuen, fachlich, kompetent beraten und unterstützen. Gerade in besonderen Situationen wie Erkrankungen von Müttern und Kindern, ist wenig bekannt, was beim Stillen und der Muttermilchernährung zu beachten ist.

Für die jungen Mütter und Väter wäre es sehr hilfreich, wenn sie rechtzeitig über die Möglichkeiten der Still- und Laktationsberatung informiert werden. Oft geraten sie relativ spät oder durch Zufall an eine IBCLC, wenn dann schon ganz oder teilweise abgestillt wurde.

weitere Themen zur Still- und Laktationsberatung:

Teil 2 – Informationen zur Still- und Laktationsberatung – Ablauf, Kosten und Vorteile der Expertenberatung

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung

Die Stillbeziehung von Mutter und Kind sowie die Entwicklung des Babys verlaufen nicht bei allen gleich, sondern können sehr individuell sein. Die Informationen dienen als Unterstützung und ersetzen keine professionelle Beratung. Unterstützung und Beratung erhalten Sie durch Ihre Hebamme, Still- und Laktationsberaterin oder auch durch Ihren Kinder- / Frauenarzt. Zögern Sie nicht, die Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen, wenn Sie etwas beschäftigt oder unsicher sind.
Bei Anliegen, Fragen oder Problemen können Sie sich natürlich auch an mich wenden. Gerne unterstütze ich Sie!

Daniela Fehmann

Foto: © Kzenon (Fotolia)



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.