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Zu wenig Muttermilch oder falscher Alarm?

Stillen ist der natürliche – Muttermilch, der optimale und gesunde Weg ein Baby zu ernähren. Vielen Müttern liegt es am Herzen, ihrem Kind die bestmögliche Nahrung zu geben, wenn sie ausschließlich stillen. Ab dem Zeitpunkt der Geburt ist Muttermilch die perfekte Nahrung für Ihr Baby und wird zu Recht auch als das „flüssige Gold“ bezeichnet.

Viele Mütter befürchten jedoch, dass sie zu wenig Milch haben. Die meisten Frauen können jedoch mit der richtigen Technik und bei ausreichend Stimulation des Milchflusses genügend Milch bilden, um ihr Kind voll stillen zu können.

Zu wenig Muttermilch oder falscher Alarm?

Die irrtümliche Wahrnehmung eines Milchmangel-Problems ist in vielen Fällen Folge verschiedener Faktoren, die ganz allgemein das Stillen beeinflussen:

  • Unrealistische Vorstellung von normalem Verhalten eines Neugeborenen
  • Mangelndes Selbstvertrauen, Zweifel an den mütterlichen Fähigkeiten, Gefühl von Inkompetenz
  • Unerfahrensein im Elternsein
  • Fehlende Unterstützung, mangelndes Wissen über die Milchbildung
  • Allgemeine Kultur der Flaschenfütterung als Norm

Scheinbarer Milchmangel beruht in vielen Fällen auf Unwissenheit oder Fehlinterpretation von normalen Vorgängen oder sogar auf falschen Empfehlungen. Typische Abläufe, welche fälschlicherweise als Milchmangel gedeutet werden:

  • Häufiges Stillen „Dauerstillen“ vor allem in den Abendstunden (Clusterfeeding / Menüstillen)
  • Kurze oder ausgedehnte Stillmahlzeiten
  • Unruhe oder Weinen des Babys
  • Langes Wachsein des Babys
  • Weiche Brüste
  • Beim Pumpen oder der Handentleerung kann keine oder nur sehr wenig Milch gewonnen werden

Anzeichen für eine ausreichende Milchproduktion und gutes Gedeihen des Babys sind:

  • Häufiges Stillen mindestens 8 mal in 24 Stunden
  • Wenn der Milchfluss einsetzt, verlangsamt sich der Saugrhythmus, das Baby schluckt hörbar
  • Die Brüste fühlen sich nach dem Stillen weicher an
  • Mindestens 6 nasse Windeln in 24 Stunden ab dem 4. Tag nach der Geburt
  • Innerhalb der ersten 4 Lebenswochen mind. 3 – 4 mal Stuhl / 24 Stunden ab dem 1. Lebenstag
  • Das Baby ist aufgeweckt, hat einen guten Muskeltonus, glatte Haut
  • Nach dem Stillen ist das Baby zufrieden. Achtung! Auch satte Babys können unruhig sein!
  • Das Baby nimmt in den ersten Monaten ca. 170 bis 330g pro Woche zu, im 3. – 4. Monat ca. 110 – 330g pro Woche.
  • Das Geburtsgewicht sollte mit dem 10. Lebenstag nach der Geburt erreicht, mit 3 – 4 ½ Monaten sollte das Geburtsgewicht verdoppelt sein.

Natürlich gibt es neben dem scheinbaren Milchmangel auch tatsächliche Störungen der Milchbildung bzw. Entwicklung, die eine unzureichende Milchmenge oder einen ineffektiven Milchtransfer nach sich ziehen und das Gedeihen des Kindes beeinträchtigen.

Es gibt einige kindliche wie mütterliche Ursachen, die eine Rolle für unzureichende Milchbildung und Milchmenge spielen können. Kindliche Ursachen, welche ein unzureichendes Saugverhalten verursachen können, sind z. Bsp. anatomische Besonderheiten beim Kind, medizinische Umstände oder auch behandlungsbedingte, äußere Einflüsse. Mütterliche Ursachen, welche eine unzureichende / verzögerte Milchbildung / Beeinträchtigung des Milchspendereflexes verursachen können, sind z. Bsp. ungeeignetes Stillmanagement, medizinische, anatomische Faktoren oder Erkrankungen.

Vertrauen Sie als Mutter Ihrem Instinkt und darauf, dass das Baby mit allem ausgestattet ist, sich selbst zu ernähren, wenn ihm die Gelegenheit gegeben wird.

Und zum Schluss noch eine kleine Anmerkung

Die Stillbeziehung von Mutter und Kind sowie die Entwicklung des Babys verlaufen nicht bei allen gleich, sondern können sehr individuell sein. Die Informationen dienen als Unterstützung und ersetzen keine professionelle Beratung. Unterstützung und Beratung erhalten Sie durch Ihre Hebamme, Still- und Laktationsberaterin oder auch durch Ihren Kinder- / Frauenarzt. Zögern Sie nicht, die Beratungsdienste in Anspruch zu nehmen, wenn Sie etwas beschäftigt oder unsicher sind. Bei Anliegen, Fragen oder Problemen können Sie sich natürlich auch an mich wenden. Gerne unterstütze ich Sie!

Daniela Fehmann

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